Die S.O.S.A Methode

Aktualisiert: 19. Okt. 2021



Die S.O.S.A Methode ist ein faszinierendes Modell, das unser Wissensmanagement und unseren kreativen Output strukturiert. Wir hoffen, du hast Lust aufs Ausprobieren. In unserem Kurs Vernetze dein Gedächtnis werden wir Schritt für Schritt die Methode erkunden.


SOSA ist ein 4-stufiger Prozess, der von Tiago Forte entwickelt wurde:


"Die Technologie verändert sich ständig, aber der Kern des kreativen Prozesses bleibt im Grunde derselbe: Informationen erfassen, sie in Häppchen organisieren, diese dann auf den Kern verdichten und damit deine einzigartige Stimme durch Schreiben, Sprechen, Entwerfen, Lehren und Schaffen zum Ausdruck bringen."
Tiago Forte

Um die Informationen und das Wissen, die für dich und deine Arbeit relevant sind, effizient zu verwalten ohne dass du dich überfordert fühlst, brauchst du einen Arbeitsablauf, einen Prozess, der dich leitet und sich auch nicht ändert, wenn Du deine App wechselst.


SOSA steht für Sammeln, Organisieren, Synthetisieren, Ausdrücken. Lass uns die einzelnen Methodenschritte durchgehen.


Sammeln

Speicherst Du wertvolle Informationen aus dem Internet und der Welt um dich herum.


Es kann gefährlich sein, mit dem Sammeln von Informationen zu beginnen, ohne über einen Filter nachzudenken, der für dich geeignet ist. Sei dir darüber im Klaren, dass dein Wissensmanagementsystem kein persönliches Wiki ist und dass Du kein Konkurrent von Google bist. Halte stattdessen die Dinge fest, die

  1. dich inspirieren

  2. nützlich erscheinen

  3. leicht verloren gehen könnten

  4. persönliche Informationen sind


Wir empfehlen dir, den Web Clipper deiner Notiz-App zu installieren, damit Du dich nicht mit dem Kopieren und Einfügen von Dingen ablenken musst.


Ein weiterer Punkt, den Tiago anspricht und den wir dir ans Herz legen möchten, ist die Überzeugung, dass deine Ideen und deine Meinungen wichtig sind. Deine Perspektive ist relevant und hat etwas zu bieten. Wenn du das glaubst, wirst du sehen, dass es sich lohnt, jeweils 15 Sekunden zu nutzen, um aufzuschreiben, was dir gerade in den Sinn kommt. Es ist ein radikaler Akt des Vertrauens, zu glauben, dass deine Erfahrungen es wert sind, erinnert zu werden, und dass deine Ideen es wert sind, gehört zu werden.


Organisieren

Die Informationen in kleine Teile zerlegen und für die spätere Verwendung vorbereiten


Bevor du mit dem Organisieren beginnst, solltest du etwas in deinem System erfasst haben. Es wäre kontraproduktiv, stundenlang eine riesige Organisationshierarchie mit leeren Ordnern zu erstellen, die auf komplizierten Konzepten beruht.


Wir lieben den projektorientierten Ansatz, den die PARA-Methode bietet (hier kannst du unseren Blogbeitrag zu PARA lesen) und wir mögen das Konzept des opportunistischen Organisierens. Du brauchst deine Zeit nicht, um deine Notizen zu ordnen, sondern beschäftigst dich mit dem Wissen, das du gespeichert hast. Zudem bringst du diese im besten Fall in einem Projekt unter, so dass die Informationen, die du erfasst hast, einen Kontext haben, der uns mit dem nächsten Schritt verbindet.


Synthetisieren

Verdichten der für deine aktuellen Ziele relevantesten Wissensbestandteile


Inzwischen hast du deine Ideen eingerdnet, indem du sie erfasst und nach Projekten und Umsetzbarkeit geordnet hast. Jetzt ist es an der Zeit, die wichtigsten Ideen aus den Informationen in deinem System zu destillieren, damit du die Wissensblöcke erhältst, die für dich, deinen Kontext und die Arbeit, die du gerade verrichtest, relevant sind.


Der Ansatz, den wir hier vorschlagen, ist der "note-first"-Ansatz. Anstatt Zeit damit zu verbringen, ein Tagging- oder Linking-System für dein Wissen zu entwickeln, stellt sich die Frage: Warum konzentrierst du dich nicht auf den Inhalt der Notizen, auf das Wissen selbst?

Tiago schlägt eine "verdichtende Zusammenfassung" vor, mit der du deine Notizen jedes Mal, wenn du über sie stolperst, weiter verdichten kannst. Zunächst markierst du nur das, was dich interessiert, dann hebst du die besten der markierten Passagen hervor. Schließlich fasst du kurz und in deinen eigenen Worten zusammen, was diese Notiz für dich und deine Arbeit bedeutet, und gibst ihr deinen persönlichen Stempel.


Du wirst dies nicht mit jeder Notiz in deinem System tun, aber mit denen, die für dich wichtig sind. Damit erhälst du wertvolle Zwischeprodukte, “Wissensblöcke”, die du kurz- und langfristig für eine Vielzahl von Projekten nutzen kannst.


Ausdrücken

Dein Wissen in einen kreativen Output verwandeln, so dass dieser Auswirkungen auf andere hat


Und damit kommen wir zum letzten Schritt, bei dem du aus den einzelnen “Wissensblöcken”, die du erfasst, organisiert und dann synthetisiert hast, kreative Artefakte (Artikel, Lieder, Gemälde, Fotoalben, Geschenke, Bücher, Blogbeiträge, E-Mails...) entwickeln kannst.


Man lernt nur, indem man etwas macht. Indem man das mentale Modell des kreativen Prozesses und des Artefakts, das man schaffen will, in Frage stellt, kann man die Fehler in seinem Verständnis aufdecken und von dort weiterarbeiten.

Während des Herstellungsprozesses wirst du auch erkennen, dass du mit einem Wissensmanagementsystem nie wieder bei Null anfangen und nie wieder vor einem leeren Blatt stehen musst.


Wie du bereits erkannt hast, ist die SOSA Methode kein linearer Prozess. Wenn du eine kritische Masse an erfassten Notizen erreicht hast, bewegst du dich zwischen allen Phasen hin und her, wobei du eine flexible Denkweise beibehältst und ein Gespür für einen Arbeitsablauf entwickelst, der sich gut anfühlt und für dich Sinn ergibt. Das Einzige, wozu wir dich ermutigen möchten, ist, dass du so schnell wie möglich beginnst, deine Ideen und Gedanken auszudrücken und Artefakte zu schaffen! Auf diese Weise verkörperst du das Wissen, das du aufnimmst, und es bleibt nicht gefangen im System deiner Notiz-App. Sharing is caring!



Ein weiterer einprägsamer Satz zum Schluss oder gut so wie er ist?