Meine Erfahrung mit «Building a Second Brain» #2

Aktualisiert: Mai 22

Das Konzept eines Second Brains hat bei mir vor allem dank zwei Methoden grossen Anklang gefunden. Die Methode der Wissensverarbeitung (C.O.D.E.) und dessen Verwaltungsmethode (P.A.R.A.). Beiden Methoden begegnete ich teils in der Schule, teils im Studium. Später habe ich mir das Wissensmanagement intuitiv erschlossen, aber eine methodische Einführung hatte ich nie. Genau diese Arbeit hat Tiago Forte in seinem Konzept des Second Brains und den damit verbundenen Methoden geleistet. Meines Wissens ist er damit einer der Ersten, der einen bewusst humanistischen Umgang mit dem Informationsüberfluss unserer Gesellschaft entwickelt hat.


In den letzten 12 Jahren habe ich viel Zeit damit verbracht, verschiedenste Apps und deren Bedienungskonzepte zu verstehen, mit der Hoffnung, dass wenn ich Sie verstehe, ich die Software als Wissensmanagement-Tool nutzen kann. Immer wieder bin ich gescheitert: Entweder hat eine Funktion gefehlt oder die Bedienung wurde in sich so komplex (zum Beispiel durch die Nutzung von Tags), dass ich mit der Zeit die Übersicht verlor und mir damit die Lust verging, sie zu nutzen. Meistens endete es damit, dass ich eine nächste, neue Software ausprobierte oder zurück zu einzelnen Word Dateien und Ordnerstrukturen kehrte. Mit der fatalen Folge, dass ich eine Fragmentierung meiner Arbeitsergebnisse produzierte. All meine Arbeiten aus meiner Schulzeit, meinem Studium, den Projekten und Forschungsarbeiten sind in verschiedenen Apps, unterschiedlichen Ordnern und Dateitypen abgelegt und teils physisch, teils digital auf verschiedenen Festplatten gespeichert. (Vielleicht ist dies ein Grund, warum mich das Thema "Nichtwissen" fasziniert.)

Education Architects wird vom 26. Mai bis 17. Juni einen Pilotkurs auf Deutsch zum Thema "Building a Second Brain" durchführen: Vernetze dein Gedächtnis. Die Methode Kreativität zu verwalten.

Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Apps und deren Usability hat sich in den letzten Jahren aber auch als ein grosser Erfahrungsschatz erwiesen. Denn ich habe mir dadurch ein vielseitiges Bedien- und Nutzungsverständnis von Softwarelogik erarbeitet, welches ich heute in meine Beratungen und Weiterbildungen einfliessen lassen kann. Was mir in all den Jahren aber immer gefehlt hat, war eine intuitiv anwendbare Methode für mein persönliches Wissensmanagement.


Als ich im September 2020 am Building a Second Brain teilgenommen habe, meinte Tiago in der ersten Session, dass es nicht "die" App für das persönliche Wissensmanagement gibt. Vielmehr denk er, dass es darum geht eine Methode zu nutzen, die es ermöglicht, verschiedene Apps miteinander zu kombinieren. Mit dieser Aussage wurde mir schlagartig bewusst, dass mir in den letzten Jahren genau dieser Perspektivenwechsel gefehlt hat. Dies war ein erstes Schlüsselerlebnis für mich!


Tiago nutzt zwei Methoden: C.O.D.E., das für Capture - Organize - Distill und Express steht.

C.O.D.E.
Quelle: Building a Second Brain, Cohort 11

Und P.A.R.A., welches für Projects - Areas - Resources und Archive steht.

P.A.R.A.
https://fortelabs.co/blog/p-a-r-a-ii-operations-manual

Der letzte Post Meine Erfahrung mit «Building a Second Brain» #1 hat mit den drei Grundschritten Sammeln, Vernetzen und Erschaffen geendet. C.O.D.E ist die Weiterentwicklung dieser drei Grundschritte.



Sammeln, Organisieren, Synthetisieren und Ausdrücken sind vier Arbeitsschritte, die eine Methode der Wissensverarbeitung beschreiben. Setzt man sie konsequent ein, recherchiert und verarbeitet man Information zu einem persönlichen und kontextualisierten Wissen. Kurz, man hat gelernt. SOSA ist eine Methoden, die wir eigentlich aus der Schule oder aus unserem Beruf kennen sollten. Was neu ist, dass diese Arbeitsschritte konsequent mit digitalen Medien umgesetzt werden (1). In unserer Informationsgesellschaft ein Gamechanger.