Meine Erfahrung mit «Building a Second Brain» #3

Aktualisiert: Juni 2

Es ist wohl eine der grössten Herausforderungen, Wissen auf lange Zeit wieder auffindbar und gleichzeitig intuitiv handhabbar zu verwalten – kurz: ein erfolgreiches, persönliches Wissensmanagement zu haben. Ich zum Beispiel habe mir immer wieder Ablagestrukturen überlegt, geordnet nach Themen, Jahren, Monaten oder Kategorien. In meiner Erinnerung wusste ich, dass ich im Kontext meiner Arbeit für das Thema XY oder das Projekt A, B oder C einen bestimmten Inhalt erarbeitet hatte.


Trotzdem ist es mir immer wieder passiert, dass ich in einer Sitzung sass und wir ein Thema besprachen, zu dem ich Unterlagen habe, diese aber nicht unmittelbar finden konnte. Ich hatte dann die Wahl, entweder nach der Sitzung zu recherchieren und zu versuchen, die genannten Unterlagen zu finden, oder nichts zu sagen, um mir nicht unnötige Arbeit zu machen. Meistens entschied ich mich für Letzteres.


Seien wir ehrlich: Wie viel wertvolles Wissen und erarbeitete Erfahrungen gehen verloren, einfach, weil einem nie eine sinnvolle Methode zur Wissensverwaltung beigebracht wurde! In meinen Augen ist die entscheidende Frage für ein solch zuverlässiges Ordnungssystem, wie man in der Erinnerung gesammelte und erarbeitete Unterlagen kontextualisiert, um sie schnell wieder zu finden.

Education Architects wird vom 26. Mai bis 17. Juni einen Pilotkurs auf Deutsch zum Thema "Building a Second Brain" durchführen: Vernetze dein Gedächtnis. Die Methode Kreativität zu verwalten

Wie man dies macht, kann ganz unterschiedlich aussehen: Jemand hat mir erzählt, dass er seine Vorträge frei halten kann, weil er sich den Inhalt des Vortrags als einen Gedankenweg durch eine Landschaft mit bestimmten Wegpunkten vorstellt. Jeder Wegpunkt beschreibt ein vorzutragendes Thema. Wieder jemand anderes hat mir berichtet, dass sie Inhalte mit Hilfe des Kontexts erinnert, also zum Beispiel erinnert sie sich an bestimmte Menschen, die sie im Zusammenhang mit dem Inhalt getroffen hat oder an bestimmte Orte, an denen sie war, als sie sich mit dem Inhalt auseinandergesetzt hat. Es scheint also, dass wir uns häufig gut an Informationen erinnern, wenn wir sie kontextualisieren. Dies macht auch Sinn, denn in den meisten Fällen bewegen wir uns bei der Arbeit im dreidimensionalen Raum, also in einem Kontext, und sammeln oder erarbeiten uns dort Wissen. Genau dieser kontextualisierte Raum geht im Digitalen verloren. Wir brauchen also neue Methoden um uns an erarbeitete Inhalte in einem digitalen Raum zu erinnern. (1)


Ich möchte dies anhand eines konkreten Beispiels erklären.

In einem Buch kann ich Textstellen markieren sowie weiterführende Gedanken auf Zetteln und/oder Post-its im Buch ablegen. Suche ich später eine bestimmte Textstelle, weiss ich ungefähr, wo sie sich befindet: Am Anfang, eher im hinteren Drittel, etc. Ich orientiere mich im räumlichen Aufbau des Buches.

Lese ich nun einen Text in einem digitalen Medium, kann ich darin Textstellen markieren und direkt mit weiteren Informationen – zum Beispiel Links zu anderen Texten, Videos oder Bildern – verknüpfen und all das, je nach Arbeitsweise, in einer Notiz-App synchronisieren, um dort meine markierten Textstellen und Notizen weiterzuverarbeiten. (2)

Es zeigen sich damit zwei grundsätzliche Unterschiede der beiden Medien: Der analoge Text wirkt eher als Endpunkt meiner Wissensarbeit, während der digitale Text die Wissensarbeit öffnet, sie gleichzeitig aber auch flüchtiger macht. Sehr anschaulich hat dies Axel Krommer in diesem Beitrag erarbeitet: Paradigmen und palliative Didaktik. Oder: Wie Medien Wissen und Lernen prägen.


In meiner Arbeit habe ich wiederholt festgestellt, dass ich persönlich einen digitalen Text einem analogen vorziehe, gerade weil ich die Möglichkeit habe, ihn mit Referenzen zu ergänzen. Ich bin aber auch immer wieder an der Flüchtigkeit des Digitalen gescheitert, denn mir fehlte eine Verwaltungsmethode, die ich intuitiv und nachhaltig anwenden konnte (siehe hierzu meinen ersten Beitrag zu diesem Thema: Meine Erfahrung mit «Building a Second Brain» #1).


Mit Building a Second Brain (BASB) habe ich eine Methode entdeckt, die für meine Wissensarbeit genau passt: Intuitiv erfassbar, verlässlich anwendbar und an meine Gewohnheiten anpassbar. Im Beitrag Meine Erfahrung mit «Building a Second Brain» #2 habe ich die Methode der Wissensverarbeitung aus BASB vorgestellt. Nun möchte ich die Methode der Datenverwaltung vorstellen.


P.A.R.A. = Projects - Areas - Resources - Archive

Stelle dir für einen Moment vor, du hast ein zuverlässiges Organisationssystem für deine Recherchen, deine Unterlagen und Arbeitsergebnisse. Dein persönliches Wissensmanagement unterstützt und verbessert deine Arbeit und sagt dir genau, wo du eine Information ablegst und wo du sie findest, wenn du